Entstehungsgeschichte der Jesus Haus Gemeinde

Mitte und Ende der 70er Jahre fanden sich in Fulda mehrere junge Christen verschiedener christlicher Konfessionen zusammen, die alle eine gemeinsame Erfahrung gemacht hatten: Sie kamen jeweils durch verschiedene Lebenserfahrungen zu einem lebendigen Glauben an Jesus Christus.

Sie beschlossen, ihre Glaubenserfahrungen gemeinsam zu vertiefen und trafen sich hierzu regelmäßig in der Wohnung des amerikanischen Offiziers Reinhard Ratz als „Bibelgesprächskreis Brennpunkt“ am Abtstor zum gemeinsamen Bibelstudium. Da hierzu auch öffentlich eingeladen wurde, wuchs dieser Kreis und so kamen wir überein, durch Eröffnung einer Teestube noch unmittelbarer Menschen zum Glauben einladen zu können.

So wurde im September 1978 in der Kronhofstraße die Teestube „Brennpunkt – christliches Kontaktzentrum“ eröffnet. Mit Singen, Gitarrenspiel, Tee, Gebäck, Bibelthemen und Glaubensgesprächen kamen in einer Atmosphäre der Annahme und Zuwendung weitere Besucher zu einem lebendigen Glauben an Jesus Christus und andere junge Christen hinzu.

Schon damals bestand der starke Wunsch, durch missionarische Straßeneinsätze diese Glaubenserfahrungen mit anderen Menschen in der Stadt zu teilen. Durch die monatlichen Straßeneinsätze, verbunden mit Teilnahme an verschiedenen Gottesdiensten z. B. in der Kapelle der Städtischen Kliniken mit anschließendem Stationsbesuch, Besuche in Altenheimen und Jugendveranstaltungen wuchs die Teestubenarbeit immer mehr an.

Von Anfang an hatten wir als junge Christen auch Erfahrungen mit dem Heiligen Geist, wie die Heilige Schrift dies erklärt, gemacht und sind durch eine persönliche Führung in regen Austausch mit der Freien Christengemeinde Wendershausen – einer Pfingstkirche – getreten. Hier fanden auch die ersten Glaubenstaufen durch den dortigen Pastor Bruder Dunst statt.

Schon früh führte uns Gott mit Menschen zusammen, die am Rand der Gesellschaft waren oder in sozialen Brennpunkten lebten. Besonders wurden wir mit suchtkranken Besuchern konfrontiert. Zwar waren viele von uns beruflich im medizinischen Bereich tätig, aber trotzdem ergab sich für uns die Notwendigkeit, fachliche Hilfe zu suchen. Hierzu erschien uns die solide Arbeit von „Teen Challenge Deutschland“ , die sich auch weltweit als engagierte Christen besonders den Suchtkranken bzw. den „Broken People“ verpflichtet wussten, am geeignetsten.

Schon bald gaben wir uns in 1979 eine Vereinsstruktur und waren dann als „Teen Challenge Brennpunkt Fulda e. V.“  weiterhin für Gott tätig. Da immer mehr Menschen sich zu Gott bekehrten, war uns auch die biblische Struktur einer Gemeinde immer  wichtiger geworden. Nach einer Evangelisation mit den Missionaren Erika und Friedrich Nußbächer von der Odenwälder Heidenmission, begannen wir im Herbst 1980 sonntagabends im Schwesternwohnheim der Städt. Kliniken mit den regelmäßigen Gottesdiensten. Hierbei wurden wir von Pastor Volker Speck aus der Freien Christengemeinde Wendershausen tatkräftig unterstützt.

In 1980 mieteten wir mit christlichen Jugendgruppen aus Oberfranken und Berlin, deren freundschaftliche Beziehung wir zwischenzeitlich durch Gottes Führung machen durften, in Grüsselbach ein Bauernhaus. Dies wurde zu einer lebhaften Begegnungsstätte, in dem viele Menschen zu einer Gottesbeziehung fanden bzw. suchtkranke Menschen betreut werden konnten. Dieses Haus war bis 1983 gemietet worden.

Bald waren unsere Räume in der Kronhofstraße zu klein und wir siedelten uns ab Februar 1983 in der Lindenstraße an, wo wir nach gemeinschaftlicher tatkräftiger Renovierung fast ein ganzes Haus beziehen konnten. Im Erdgeschoss befanden sich die Teestubenräume, im 1. Stock eine WG für Männer und im 3. Stock eine solche für Frauen.

Diese Wohngemeinschaften waren uns für die Teen Challenge Arbeit wichtig, um dort Suchtkranke zur Nacharbeit bzw. Betreuung aufnehmen zu können.

Da immer mehr Menschen zum lebendigen Glauben an Jesus Christus kamen, begingen wir den biblischen Weg einer Gemeindegründung. Sich einer bisherigen Gemeinde anzuschließen war bei der Klientel und dem Hintergrund unserer Neubekehrten schwierig und so handelten wir nach dem Wort Jesu (Matth. 9,17) „neuer Wein in neue Schläuche“

So wurde die „Jesus Haus Gemeinde Fulda“ im September 1983 gegründet. Durch die intensive Hauskreisarbeit und das von Gott bewirkte Wachstum wurden auch die Räume in der Lindenstraße bald zu klein.

Nach dem Abzug der Amerikaner und den damit verbundenen neuen Wohnraumressourcen konnten wir schließlich im Mai 1996 im ehemaligen Kasernengelände in der Glenn-Miller-Straße in Fulda ein ganzes Gebäude mit zahlreichen Räumen und großem Grundstück mieten. Der Schwerpunkt verlegte sich von der Teen Challenge Arbeit mehr auf die Gemeindearbeit in der Jesus Haus Gemeinde. Weil Gott Segen schenkte, wuchs die Gemeinde und wir konnten im Herbst 2000 das ganze Haus kaufen. Zwischenzeitlich bekamen wir ab August 2000 einen hauptamtlichen Pastor, der bis 2010 in der Gemeinde wirkte. Seitdem ist die Gemeinde wieder eine reine Ehrenamtsgemeinde, die von einem Leitungsteam geleitet wird.

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